Rückblick Jazz-Soirée 2011 Stadtsaal Zofingen
. November 2011 / 50 Jahttle Town Jazz Band
Ueberschäumende Geburtstags-Party
Die jubilierende LTJB konnte im sehr festlich geschmückten Stadtsaal mit ihren Fans den runden Geburtstag feiern. Bis auf den allerletzten Platz war das "Haus" besetzt mit einer erwartungsvollen und gespannten Besucherschar. Denn die Band wartete mit Topsolisten der Extraklasse auf. Nach dem schäumenden Apèro im Foyer heizte der englische Pianist Bob Barton im Saal die Stimmung kurz mit zündenden Boogie Woogies an um anschliessend der Urformation der LTJB das Spielfeld zu überlassen. Drei Klassiker aus der Dixie-Szene, ebenso wie die Laufbahn der Band begann. Danach würdigte der Präsident des Jazzclubs Urs Kaufmann die Leistungen der LTJB vor allem die des Leaders Werner Seiler der mit psychologischem Geschick und musikalischer Weitsicht die Band leitete und weiterhin leiten wird. Danach ging‘s weiter im heutigen Stil der Band mit Blues, einem tollen "Spanish Castle" und Ruedi von Arx (Klarinette) überraschte mit einem swingendenden "Muotathaler".
Bob Barton war wieder gefragt und er bewies erneut mit Dave Brubecks "Blue Rondo al la Turk" dass er nicht nur auf Boogie fixiert ist. Auch Stadtamman Hansruedi Hottiger "sang" jetzt ein Loblied auf "unser kleines Stadtorchester" das heute so gross daher kommt...
Danach der Auftritt von Thomas Dobler, Vibraphon, zusammen mit der LTJB. Einer der besten auf diesem Instrument in Europa wie Urs Siegrist treffend formulierte! Tatsächlich, mit Robi Webers "Santa Monica" oder einem Balladensolo mit ziemlich sphärischen Klängen verzauberte er die aufmerksamen Zuhörer. Die aktuelle Band bestehend aus Werner Seiler. Piano und Leader/ Rolf Seiler, Posaune/ Ruedi von Arx, Sax, Klarinette und Flöte/ Dieter Holtkamp, Trompete/ Manfred Suter, Gitarre, Banjo und Gesang/Marc Eigenheer. Schlagzeug und Gesang/ Heinz Reinhard, Bass/ wurde in der Halbzeit von Urs Siegrist auf seine schmunzelnde Weise vorgestellt.
Diese Gigolos präsentierten sich auf beste Weise mit "Just a Gigolo" wobei sich Marc als toller "Louis Prima" entpuppte. Kleiner Mann-ganz gross! Marc Laferrière, Sopransax, extra aus Paris angereist liess jetzt anstelle von T. Dobler den genialen Sidney Bechet mit seinen unsterblichen Hits wie "Petite Fleur" auferstehen. Die "Little Towner" verschmolzen mit diesem Musiker zu einer homogenen Einheit! Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Das Ganze konnte nur noch gesteigert werden durch den Auftritt von Bonnie Jeanne Taylor. Aber vorher bewies Bob Barton nochmals seine Vielseitigkeit mit "Django" von John Lewis. (Modern Jazz Quartett) Bonnie Jeanne- das temperamentvolle Energiebündel, gilt als die Lieblingssängerin der Band. Sie riss das Publikum buchstäblich von den Stühlen um ins Finale der glanzvollen Jam Session hinüber zuleiten wo alle anwesenden Musiker nochmals mitwirkten.
Gebührender und freudiger kann ein Bandgeburtstag wirklich nicht gefeiert werden. Dazu lieferte die tolle Mann+Frau-schaft des Hotel Zofingen ihren kulinarischen Beitrag, freundlich und kompetent so dass neben musikalischen Höhenflügen auch das körperliche Wohl im Einklang war.
Text und Fotos/ Ernst Leibundgut
Chlausenjazz in Beinwil am See 04.12.2009
Der Kulturverein Beinwil am See landete mit seinem schon zur Tradition gewordenen Chlausenjazz wieder einen echten Volltreffer!
Die acht Musiker der „Little town Jazz Band“ bereiteten den interessierten Zuhörern viel Freude. Es war kein junges Publikum, sondern mehrheitlich Leute, die mit dieser Musik gross geworden sind.
„Centerpiece“ zur Eröffnung, dezent gespielt, mit Begrüssung von Marc Eigenheer, Drums, der in aufgestellter Art als Speaker amtete. Ein fachkundiges Publikum applaudierte jedes Solo und die Musiker liefen alle zur Bestform auf. Das passende Outfit mit dunklem Anzug, weissem Hemd und Kravatte trug das Seine zum stilvollen Abend bei.
Die Band feiert 2011 ihr 50-jähriges Jubiläum und entstand aus Zofingen’s ehemaliger Kadettenmusik! Toll, wie die Jazzmusik die Kollegen all die Jahre begleitet hat. Der Bandleader, Werner Seiler, zog die Fäden dezent im Hintergrund und glänzte mit seinen rasanten Interpretationen am Piano. Ruedi von Arx beherrschte Saxophone, Klarinetten und seine Querflötensoli ergaben einen ganz speziellen Sound. Dieter Holtkamp, Trompete, erfreute mit seinen sehr exakten Solo-Parts. Rolf Seiler, Trombone, gab den nötigen Background und hatte auch sehr schöne Soli’s. Als Ersatz für den verletzten Mani Suter, Gitarre und Banjo, musste kurzfristig Pierre Aebi einspringen. Sein Banjospiel mit Bassbegleitung (Heinz Reinhard) begeisterte die Zuhörer. Mani Suter konnte wenigstens als Vokalist eingesetzt werden, da er wegen seines gebrochenen Armes kein Instrument spielen konnte.
Die „Little town Jazz Band“ hat eine besondere Vorliebe für Sidney Bechet. Ruedi von Arx glänzte mit seiner Klarinette und man merkte ihm die besondere Freude am Tun an! Da war er in seinem Element! Beim „St. Louis Blues“ klopften die meisten Zuhörer den Takt, war das Stück doch den meisten bekannt! Ein raffinierter Taktwechsel verblüffte die Kenner!
Nach der Pause erschienen die Musiker ohne Vestons, da es im Foyer immer wärmer wurde und die heisse Musik sicher auch dazu beitrug!
Sidney Bechet’s „Petite fleur“ brachte Musik zum Träumen und Erinnerungen!
Schlagzeuger, Marc Eigenheer entpuppte sich als stilsicherer Sänger und sein „Sunny side of the street“ war ein erfrischendes Arrangement! Sein längeres Schlagzeugsolo war vom Feinsten….wow…!
Laut Ansage kam nun Benny Goodman, öppis für de Ruedi..und Ruedi von Arx gab ganz schön Gas!
Ein brandneues Stück „The Gipsy“ war eine wunderschöne Nummer zum Träumen! Auch bekannte Melodien wie „Basin street Blues und „Sweet Georgia Brown“ durften im Repertoire nicht fehlen und wurden heftig applaudiert. Für das beste Publikum aller Zeiten spielte die Band zum Schluss noch „White Christmas“ und zauberte ein Hauch von Romantik ins Löwen-Foyer! Es war ein herrlicher Abend, den man bestimmt nicht so schnell vergisst!
Jazz-Wekend des Jazzclubs Zofingen 16.08.2009
Charmanter Gast aus Paris begeisterte
ERNST LEIBUNGUT
mit «petite fleur» Trotz «Baditemperaturen» war die offene Markthalle am Sonntag bis auf den letzten Platz ausgebucht. Der Bandleader der Little Town Jazz Band, Werner Seiler, hatte den besonderen Einfall, den 50. Todestag des genialen Sidney Bechet in Zofingen mit
Marc Laferière
zu würdigen. Das wurde zu einem echten Erfolg. Dieser nicht mehr ganz junge, körperlich kleine, musikalisch aber grosse, witzige und charmante Musiker aus Paris beflügelte die Band und das Publikum mit seinem Sopran-Sax gleichermassen. Und die Herren der LTJB blühten zur Höchstformauf. Er liess die bekannten Kompositionen des Meisters auferstehen und wer die Augen schloss, meinte Sidney Bechet stehe persönlich auf der Bühne oder
«dans les rues de Zofingue ...»
Nach drei Zugaben war aber Schluss, denn Monsieur ML musste mit seinem Auto wieder zurück
nach Paris. Der Präsident des jcz, Urs Kaufmann, entliess sichtlich erfreut glückliche Musiker und ein ebenso glückliches Publikum in den schönen Nachmittag. Das war wieder mal eine Sternstunde am heiterhellen Sonntagmorgen im Rahmen des Jazzclubs Zofingen, abgerundet durch einen herrlichen Brunch des Hotels Zofingen.
Jazz-Weekend des Jazzclubs Zofingen 17.08.2008
Zofingen Drei Bands mit Drive und der Vibraphonist Thomas Dobler
Das Rolf Häsler Quartet aus Interlaken eröffnete das 11. Jazzweekend im Hotel Zofingen. Grund für die Dislokation waren die Bauarbeiten draussen in der Altstadt. Der Stimmung und der Musik tat dies allerdings keinen Abbruch.
ERNST LEIBUNDGUT
Vor eher kleinem Publikum spielten die vier Vollprofis des Häsler Quartets einen vollendeteten Hardbop der «goldenen» Sechzigerjahre. Virtuose Soli, dezent verpackt in überschäumender Gruppendynamik und mit ausserordentlichen Eigenkompostionen bestückt, stellten sie ihre grosse Jazzerfahrung ins richtige Licht.
Urwüchsige Spielweise
Aber auch die zweite Band, die populären Lake City Stompers aus Luzern, ganz dem traditionellen Jazz verpflichtet, konnte nicht mehr Besucher anlocken. Ihr fröhlicher Sound mit toller Atmosphäre hat trotz personeller Umstellungen wenig eingebüsst. Ihre originelle Titelauswahl und urwüchsige Spielweise ist immer noch ein Garant für lockere Unterhaltung.
Wahrscheinlich braucht es eine einheimische Band, um mehr Publikum zu bewegen. So geschehen am Sonntagmorgen. The Little Town Jazz Band (LTJB) unter der Leitung von Werner Seiler, mit dem Gastsolisten Thomas Dobler (ZH) am Vibraphon, erstaunte die vielen Zuhörer mit ihren Darbietungen.
Perfekt integriert und arrangiert
Wieder ist es dem Leader geglückt, einen ausserordentlichen Solisten zu engagieren und in seine Band optimal zu integrieren.
Thomas Dobler, ein junger Musiker mit reifer Erfahrung und dezent überlegener Spielweise, wirkte sympathisch, bescheiden und arrangierte sich meisterhaft mit den «älteren Herren» von der LTJB. Seine klug aufgebauten und durchdachten Soli überzeugten restlos.
Aber die grosse Perle des Sonntagmorgens war vielleicht sein Solo-Auftritt, eine Ballade der stillen Einkehr und Besinnlichkeit. Schade, dass es nur die eine war ...
Die Little Town Jazz Band ist zur Hochform «aufgelaufen», nicht nur wegen Thomas Dobler: Auch das «jüngste» Mitglied der Band, Ruedi von Arx, inspirierte seine Kollegen in vortrefflicher Weise. Zu schnell verflog die Zeit bei dieser geglückten Sonntagsmatinee mit herrlichem Brunch. Und nach zwei Zugaben war endgültig Schluss – bis zum nächsten Mal, dann hoffentlich wieder in der Markthalle.
Jazzmatinée 10.03.2008 Wangen b. Olten
Auch die Little Town Jazz Band setzte die Highlight-Tradition der Matinee fortZum 16. Mal rief Wangens Kulturkommission zur Jazzmatinee. Keiner der Besucher hatte sein Kommen zu bereuen: Die Little Town Jazz Band zog nämlich alle Register ihres Könnens.
URS HUBER
Wie sehr das Publikum von den Interpretationen kreischender Klarinetten, prickelndem Banjosound oder samtenen Drumeinlagen in sinnlichen Beschlag genommen wurde, zeigte sich an den im Takt wippenden Köpfen und Füssen. Letztere blieben dann aber doch unter den Tischen. Die Zeiten, als sich zu Jazz in rauchigen Bars und schummrigen Clubs die Leiber im Takt wiegten, sind vorbei. Das Publikum von heute fordert immerhin noch Zugaben, die es nach gut zwei Stunden von der Little Town Jazz Band gewährt erhielt, nachdem auch «Sweet Georgia Brown» (jene Komposition, die jeweils den Auftritt der «Harlem Globetrotters» begleitete) oder etwa «Just a Closer Walk With Thee» auf der Alp-Bühne wahr geworden waren.
Jazz boomt. Und für die Organisatoren ists jeweils kein Problem, entsprechende Formationen nach Wangen zu holen, wie Kulturkommissionspräsident Walter Husi meinte. Da darf man sich bestimmt auf die 17. Auflage und die Fortsetzung einer mitterweile schönen Tradition freuen.
Das Septett aus Zofingen, die Little Town Jazz Band, liess in Wangens Festhalle Alp bei den über 100 Jazzfreundinnen und -freunden nie einen Zweifel darüber aufkommen: Auch nach deren Auftritt bleibt der Ruf der Veranstaltung, jeweils für ein sonntägliches Jazzerlebnis zu garantieren, zementiert. Für mehr als zwei Stunden sorgten die sieben, darunter Ruedi von Arx und Heinz Reinhard aus Olten, für eine grossartige Stimmung. Zum einen fand das Ensemble den exakten Mix aus Slow- und Fastfood aus der Jazzküche, zum andern sorgten viele individuelle und famose Gigs für weit mehr als anerkennenden Applaus.
«Who’s Sorry Now?» von Ted Snyder aus den früheren Zwanzigerjahren hätte quasi noch zur Aufwärmrunde des Ensembles gezählt. Aber der Funke war schon übergesprungen; die ungezählten veröffentlichten Aufnahmen und Repros von Snyders Stück hatten ganze Arbeit geleistet. Der Wiedererkennungswert der Komposition war auch beim Wangner Publikum garantiert. Dasselbe galt für «Please Don’t Talk About Me When I’m Gone», jenem populären Song von Sam H. Stept von 1930, den Willie Nelson, Frank Sinatra, Jerry Lee Lewis oder auch Bill Haley & His Comets in ihrem Repertoire wussten.
Kreischende Klarinette – wippende Köpfe